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VEREIN


Freiwillige Feuerwehr Markt Bad Endorf e.V.

 
 

Es ist oft für Außenstehende nicht sofort verständlich, wo denn der Unterschied zwischen der „Freiwilligen Feuerwehr“ und der „Freiwilligen Feuerwehr e.V.“ liegt. Und es ist richtig, dass es dazwischen in früheren Jahren lange Zeit auch kaum eine spürbare Trennungslinie gab. Seit dem Inkrafttreten das damals völlig neu gestalteten Bayerischen Feuerwehrgesetzes im Jahre 1981 ist nun aber diese saubere Trennung ganz genau definiert.

Eine Freiwillige Feuerwehr war und ist ein Zusammenschluss von Bürgern, die sich aktiv in den Hilfsdienst zur Bekämpfung von Unglücken, Bränden und allen Arten von Notfällen in ihrer Gemeinde ehrenamtlich einbringen wollen. Um diesen Zusammenschluss zu organisieren gründeten sich um das Jahr 1875, also schon während den Zeiten des Königreichs Bayern, die meisten freiwilligen Feuerwehren unserer Region als Vereine.
Auch damals schon mussten die Vereine die Gerätschaften zur Brandbekämpfung nicht selber kaufen, sondern die Gemeinden finanzierten die Beschaffung und die Vereine kümmerten sich um die personelle Besetzung mit geeigneten und auch mehr oder weniger „ausgebildeten“ Feuerwehrmännern. Es war früher im Gegensatz zu heute gar ein echtes Statussymbol, Feuerwehrmann zu sein. Jeder Handwerker, Geschäftsmann und auch jeder Bauer, der im Dorf ein ehrenvolles Ansehen haben wollte, war selbstverständlich Mitglied der örtlichen Feuerwehr. Und nicht erst durch den „Komödienstadel“ im Bayerischen Fernsehen weiß vermutlich fast jeder, dass am exklusiven Stammtisch der „Großkopferten“ eines altbayerischen Dorfes neben dem Bürgermeister, dem hochwürdigen Herrn Pfarrer und dem Schullehrer immer auch der Herr Feuerwehrkommandant seinen festen Platz hatte und somit zu den allseits besonders geachteten Honoratioren zählte.

Es war früher sicher überhaupt nicht wichtig zu wissen, wo denn die Trennung zwischen Feuerwehr und Feuerwehrverein nun genau lag. Das wurde erst nötig, als die Feuerwehr und mehr in „hoheitlicher Funktion“ für die Gemeinden tätig wurde und während ihrer Arbeit unbedingt nun auch mit Sonderrechten verschiedenster Art ausgestattet werden musste. Um im Dienste des Staates auch Sonderrechte ausüben zu können eignet sich allerdings der Status „Vereinsmitglied einer Feuerwehr“ überhaupt nicht. Dazu sollte man dann schon offizielles Organ des Staates oder wenigstens der Gemeinde sein. Also war die Schaffung einer „Einrichtung der Gemeinde“ notwendig. Diesen Status genießen nun die aktiven Mannschaften jeder Freiwilligen Feuerwehr.
Dass die aktive Mannschaft einer Feuerwehr mit den Mitgliedern des Feuerwehrvereines teilweise deckungsgleich ist, spielt dabei keine Rolle. Im Feuerwehrverein können auch ehemalige Aktive und reine finanzielle Fördermitglieder auf der Liste stehen. Der „Chef“ des Feuerwehrvereines ist der 1. Vorstand, der „Chef“ der aktiven Mannschaft ist der Kommandant.

Beim Feuerwehrverein in Bad Endorf gibt es hierzu ein in der Satzung seit langen Jahren fest verankertes „Schmankerl“, das sonst nicht in dieser Weise üblich ist. Man machte sich seinerzeit offensichtlich zeitweise Sorgen, dass der Feuerwehrverein sich mit seinem Vereinsleben eventuell unerwünscht von der Zusammenarbeit mit der aktiven Mannschaft zu weit entfernen könnte. Um ein sicheres „Mitspracherecht“ auch innerhalb des Vereines zu behalten ist in Bad Endorf der gewählte 1. Kommandant laut Satzung immer auch automatisch der stellvertretende Vereinsvorstand.

Was ist denn nun die genaue Aufgabe eines Feuerwehrvereines? Der aktive Feuerwehrmann hat ein rotes Auto mit Blaulicht und fährt in voller Kampfmontur zu Brandeinsätzen und Unfällen. Das Feuerwehrvereinsmitglied dagegen hat bei festlichen Anlässen seine dunkelblaue Uniform und ein hellblaues Hemd mit schwarzer Krawatte. Der Feuerwehrverein organisiert auch häufig selbst diese festlichen Veranstaltungen wie Jubiläen, Gründungsfeste und andere gesellschaftliche Ereignisse im Ort.

Einem aktiven Feuerwehrmann im Einsatz stehen laut Gesetz verschiedentlich Sonderrechte zu, dem Vereinsmitglied dagegen in keinster Weise. Der Feuerwehrverein betreibt Mitgliederwerbung für sich selbst und sammelt auch Spendengelder.
Diese müssen aber zwingend satzungsgemäß „zweckgebunden zur Förderung des Brandschutzes in der Gemeinde“ verwendet werden. Da bietet sich neben gelegentlichen Vereinsfesten (Kameradschaftspflege ist nämlich auch Brandschutzförderung) natürlich auch die Mitfinanzierung von neuen Gerätschaften für die aktive Mannschaft an, um deren gefährliche Arbeit zu erleichtern und weiter zu verbessern.
In diesem Fall „schenkt“ dann der Feuerwehrverein wieder der Gemeinde als Träger der aktiven Feuerwehr beispielsweise ein neu erworbenes Feuerwehrgerät und übergibt es dadurch rechtlich erst in die Hände der Feuerwehr als „Einrichtung der Gemeinde“.

Das „müssen“ die Feuerwehrvereine übrigens in dieser Form nicht tun, und es gibt vehemente Kritiker die den Standpunkt vertreten, dass ausschließlich die Gemeinden selbst diese gesetzlichen Pflichtaufgaben zur Ausrüstung ihrer Feuerwehr aufbringen müssen und die Feuerwehrvereine ihre mühsam gesammelten Spendengelder nicht freiwillig in diesen Topf stecken sollten. Es muss also Kommunalpolitikern dann ergänzend deutlich gesagt werden, dass solche Vereinsspenden an die Gemeinde als einmalige und freiwillige Gesten der guten Zusammenarbeit zu sehen sind und ganz klar NICHT die pflichtgemäße Finanzierung des Feuerschutzes aus dem kommunalen Steuertopf vorauseilend ergänzen wollen.

Man kann sowohl aktives Mannschaftmitglied der Feuerwehr sein ohne Vereinsmitglied zu sein und natürlich auch umgekehrt. Im Normalfall tritt jedoch ein junger Mann, der aktiven Dienst leisten will, auch durchwegs gleich dem Feuerwehrverein bei. Allein schon deshalb, weil er dann auch eine „Uniform“ gestellt bekommt und bei den stets sehr beliebten Festveranstaltungen selbst „mittendrin“ mitmachen kann. Die „Kampfmontur“ eines aktiven Feuerwehrmannes eignet sich nun mal nicht als festlicher Ausgehanzug.
 
Zusammenfassend könnte man sagen, der Feuerwehrverein bettet den Einzelnen als ausgleichenden Gegenpol zu den Anforderungen des aktiven Dienstes in ein angenehmes gesellschaftliches Umfeld ein, das jedem Feuerwehrmann immer wieder gute Gelegenheiten bietet, sich selbst auch etwas zurückzuholen. Dadurch, dass fast jeder Feuerwehrler in dem einem Moment aktiver Brandbekämpfer, nach Dienstende aber wieder Vereinsmitglied in einer Person ist, verwirrt diese Konstellation manchmal. Der erfahrene Feuerwehrmann selbst wird es aber immer sorgfältig zu trennen wissen.
 
Der Verein „Freiwillige Feuerwehr Markt Bad Endorf e.V.“ ist ein kreativer und leistungsfähiger Verein mit einem sehr gut eingespielten und ausgeglichenen Führungsteam. Die ständige Hintergrundarbeit für die aktive Dienstmannschaft wird Jahr für Jahr mit festen Veranstaltungspunkten weiter ausgebaut. Es steckt unter anderem unglaublich viel Erfahrung dahinter. Das vorhandene Netzwerk an jederzeit abrufbaren Helfern und Unterstützern ist wirklich beachtlich. Das Ergebnis dieser Teamleistungen ist immer wieder für jeden sichtbar, wenn die diversen Veranstaltungen buchstäblich wie am Schnürchen laufen und auch die Liebe zum Detail beim Bad Endorfer Feuerwehrverein keinesfalls Zufall sondern eher schon Markenzeichen geworden ist.

Es ist allerdings stets ein Balanceakt, eine erfolgreiche Veranstaltung zu kreieren, bei der auch Spaß und Festlaune ihren Platz haben dürfen, ohne dabei immer wieder das doch sehr unerwünschte und hartnäckige Klischee der „Feierwehr“ zu bedienen. Das Feiern seiner Traditionsfeste ist jedem bayerischen Menschen ein echtes Lebensbedürfnis, in Bad Endorf wird aber immer darauf geachtet, die strikte Trennung zwischen anspruchsvollem Feuerwehrdienst und einer lustigen Festveranstaltung jederzeit aufrecht zu halten. Der Vorbildfunktion den jüngeren Mannschaftsmitgliedern gegenüber ist man sich da auch sehr bewusst.
 
„Wenn‘s nur überall so gut klappen würde wie bei der Feuerwehr“.
Das Zitat ist sicher etwas übertrieben, aber völlig falsch ist es auch und ganz besonders in Bad Endorf garantiert nicht.




Gruppenfoto der Vorstandschaft zur Festwoche 2011 (© Paul Kluge)

Von links:
Reinhard Kristen, Thomas Kremser, Mario Kögl, Alexander Danzer, Josef Moosbauer, Georg Laböck, Thomas Kurths, Klaus Kögl
 



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